
«Woher kommen Sie?» - «Aus der Schweiz? Danke, dass Sie Iran besuchen!» Zigmal am Tag fallen in Isfahan diese Sätze. Die Iraner sind es satt, von den USA verteufelt zu werden, und die meisten haben die Nase auch von den Mullahs gestrichen voll. Besonders in Isfahan. Denn die Isfahani geniessen ihren Ruf, stets an der Spitze der Entwicklung in Iran zu stehen, auch wenn ihnen dies nicht immer gut bekommen ist. Sie gehörten zu den glühendsten Anhängern Khomeinys. Also schickten sie ihre Söhne begeistert in den achtjährigen Krieg, der ihnen vom Nachbarn Saddam Hussein aufgezwungen worden war. Doch dann wurde Isfahan nicht nur von irakischen Bomben getroffen, sondern hatte auch den höchsten Blutzoll aller Städte zu entrichten. 25 000 Shahid (Märtyrer) liegen auf dem Heldenfriedhof begraben. Deshalb ist in Isfahan der Kredit der Mullahs weit stärker aufgebraucht als anderswo in Iran.
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(pi) Quelle: NZZ