
«Amerika soll sehen, dass wir mehr sind als eine iranische Jahrmarktattraktion»: die Rockband Hypernova aus Teheran in New York. (Bild: Alex Freund)
Ende März kam die iranische Band Hypernova nach New York. Jetzt hat sie einen Plattenvertrag, und die Mädchen rennen den vier Teheranern hinterher. Zu Hause ist ihre Musik verboten.Es ist halb zwölf Uhr nachts. Raam hat die Gitarre umgehängt und steht auf der Bühne des «Snitch», eines Klubs in Manhattans Lower East Side. «Hallo, wir sind Hypernova», sagt er leise ins Mikrofon. «In diesem Augenblick geht unser grösster Traum in Erfüllung.» Das Publikum pfeift und stampft. «Wir haben 10 000 Kilometer zurückgelegt, um heute für euch zu spielen.»
Raam stammt aus dem Iran. Er ist zwar ein wandelndes Rocklexikon, aber er war noch nie an einem Konzert einer westlichen Band. Sein Platz sind feuchte Keller, leere Gewächshäuser und Lagerhallen im Teheraner Untergrund. Dort ist er König – «King Raam», wie er sich nennt, der selbstgekrönte Boss der Gottesstaat-Rocker. Jetzt ist er selbst ein Star in der Stadt, aus der seine grössten Helden stammen, in dem Land, das die Fundamentalisten zu Hause den «Grossen Satan» nennen.
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(pi) Quelle: Die Weltwoche