
Bert Fragner, Direktor des Instituts für Iranistik an der Akademie der Wissenschaften: Die ''Iran-Versteher'' in den Politikwissenschaften schließen sich der diskursiven Disziplin der Iranistik nicht unbedingt an.
Der Veranstalter der kommenden Iranistik-Konferenz Bert Fragner im STANDARD-Interview über offene offenen Ansätze und "pragmatische Beschränkungen".Wien ist ab 18. September Schauplatz einer internationalen Iranistik-Konferenz. Einer breit gefächerten Thematik und einem offenen Ansatz stehen "pragmatische Beschränkungen" gegenüber, sagt Veranstalter Bert Fragner zu Gudrun Harrer.
STANDARD: Das Institut für Iranistik der Akademie der Wissenschaften hält kommende Woche die "6th European Conference of Iranian Studies" ab, mit 260 angemeldeten Vorträgen eine wissenschaftliche Großveranstaltung. Würden Sie uns die Konferenz und das Fach Iranistik beschreiben?
Fragner: 1983 wurde in Rom die Societas Iranologica Europaea gegründet, die beschloss, alle vier Jahre einen gesamteuropäischen Kongress einzuberufen, das heißt: Die Societas beauftragt jemanden mit der Abhaltung. Der erste war 1987 in Turin, dann kamen Bamberg - auch damals unter meiner Leitung -, Cambridge, Paris, Ravenna und jetzt Wien.
Die Teilnehmerzahlen schnellten von anfangs etwa 70 in Turin bis 400 in Paris nach oben, und zwar auch, weil da bereits eine größere Anzahl von iranischen Wissenschaftern - Philologen, Kulturwissenschafter, Soziologen - herausgefunden hatte, dass es sich um die einzige frei zugängliche internationale Veranstaltung handelte, die sich mit Aspekten iranischer Kultur befasst.
Diesmal gibt es 260 Anmeldungen zu Vorträgen, dazu wurden 45 Seiten Abstracts geliefert. Das Besondere dabei ist der immer noch beibehaltene völlig offene Charakter der Veranstaltung, das heißt, es wird kein zentrales Thema ausgeschrieben, die Vorträge werden Hauptthemen, Sektionen zugeordnet: Religious Studies, Iranian Philology (die Traditionsiranistik), Islamic Art History and Archeology, Iranian History, Contemporary Iranian History, Persian Literature (classical and contemporary), Cultural Studies.
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(pi)