» Vom 15. bis 18. November 2007Das Theater an der Ruhr pflegt seit vielen Jahren einen intensiven Austausch mit dem Iran. Im Januar 2007 reiste das Ensemble zum siebten Mal nach Teheran und nahm mit "Dantons Tod" und "König Lear" am 25. Fadjr-Festival teil. Die Reise wurde aufgrund ihrer politischen Brisanz von einem Medienecho begleitet wie selten zuvor:
Allein dem Spiegel Nr. 6 /2007 war die Reise eine fünfseitige Reportage wert:
"Ciulli (...) glaubt an die subversive Kraft des Theaters, und er findet, (...) dass man ein Land nicht aufgeben darf, nur weil die Bushs und die Cheneys es befehlen. Ciullis (...) Rolle ist der Balanceakt auf der Achse des Bösen". Auf der Reise blieb Zeit genug aus dem Festivalprogramm drei herausragende iranische Inszenierungen auszusuchen und nun in Mülheim zu präsentieren:
Daedalus and IcarusText und Regie: Homayoun Ghani Zadeh (*1980)
» Freitag, 16.November 2007, 19.30 Uhr (Dauer: 60 min.) / Mongo Theatre GroupÄsthetisch eigenwilliges Material- und Körpertheater, das mit wenigen Worten auskommt: Daedalus und Ikarus beschließen aus dem Labyrinth zu fliehen. Dazu konstruieren Sie ein unglaubliches Fluggerät.
"Eine Maschine (...), die alles symbolisiert, was über (Ghani Zadehs) Generation zu sagen ist. Es ist eine wilde, irre Daniel-Düsentrieb-Konstruktion, die die beiden jungen Männer zusammen geschweißt haben. Sieht aus wie etwas, was ein Flugzeugkonstrukteur im Drogen rausch erfunden haben könnte: Flugzeug, Affenkäfig, Seifenkiste" (Der Spiegel, Nr. 6 / 2007). Der Mythos von Daedalus und Ikarus wird in der Inszenierung von Ghani Zadeh zu einem wilden, anarchischen Clownsspiel voller Poesie und Freiheitsdrang, bei dem die Stahlfunken sprühen...
Torment Symphony (Sinfonie der Qual)Text und Regie: Hossein Pakdel (*1959)
» Samstag, 17.November 2007, 19.30 Uhr (Dauer: 80 min.) / Hossein Pakdel GroupPolitisch hochbrisantes Theater mit herausragenden iranischen Schau spielern: Erzählt wird die Geschichte von den Ängsten und Schmerzen eines Mannes vor der eigenen Existenz. Es geht um den Aufschrei des gefolterten Körpers...
"Das Stück (...) mit der größten Sprengkraft. Es handelt von Folter. (...) Noch wirksamer als die Folter, so lässt Pakdel in seinem Stück sagen, sei die Angst vor der Folter" (Der Spiegel, Nr. 6 / 2007).Leopard Washes Away His Polka Dots (Der Leopard wischt seine Flecken weg)Text und Regie: Ali Nargues Nejad (*1980)
» Sonntag, 18.November 2007, 19 Uhr (Dauer: 50 min.) / Chisti Theatre GroupDie Chisti Theatre Group erzählt eine poetisch-politische Legende: Im Zentrum steht eine Mutter, die ihr todkrankes Kind zu einem traditionellen persischen Arzt bringt, der ihr rät, das Kind in einen Wild -
schweinemagen zu packen. Sie begibt sich nun auf die Suche in den Zagros Bergen, kommt aber unverrichteter Dinge heim. Nun rät ihr ein anderer Arzt, dem Kind ihr Mutterblut zu injizieren. Doch dies
könnte ihren eigenen Tod bedeuten...
In vielschichtigen, poetisch aufgeladenen Bilder erzählt das Stück über die Konflikte von Tradition und Moderne in der iranischen Gesellschaft.
Matinée zur Situation von Theater und Film im Iran» Sonntag, 18.November 2007, 12 UhrRoberto Ciulli und Helmut Schäfer im Gespräch mit iranischen Theater- und Filmschaffenden zu ihrer Arbeitssituation im Iran.
Klanglandschaften // Iran
Zur Einstimmung auf das Wochenende präsentieren wir Ihnen in Zusammenarbeit mit dem Kultursekretariat NRW im Rahmen der Klanglandschaften // Iran das Konzert mitMaryam Akhondy & Banu – live» Donnerstag, 15.November 2007, 20 UhrMaryam Akhondy ist eine hoch anerkannte Interpretin klassischer persischer Kunstmusik, Banu ist ihr A-cappella-Projekt, das sich aus sieben Frauen zusammensetzt, die aus verschiedenen Regionen des
Iran stammen. Sie verstehen sich als musikalische Erforscherinnen der unterschiedlichen Musiktraditionen ihrer jeweiligen Heimat, ihrer Ethnien und der unterschiedlichen Gesangskulturen persischer Frauen.
Film: Frauen und Fußball im Iran
OffsideSpielfilm von Jafar Panahi (Iran 2006), 88 min
» Sonntag, 18.November 2007, 15 UhrQualifikation zur Fussball-WM in Deutschland: Der Iran empfängt Bahrain und muss gewinnen! Ins ausverkaufte Asadi-Stadions dürfen nur Männer. Trotzdem versuchen einige junge Frauen ins Stadion zu
schleichen. Sechs von ihnen werden ertappt und in einem provisorischen Gefängnis untergebracht. Doch die Wachsoldaten sind mit den selbstbewussten jungen Frauen schlicht überfordert… Auf der Berlinale
2006 wurde die ironische Emanzipations-Komödie von Jafar Panahi, Meisterschüler von Abbas Kiarostami, mit dem Großen Preis der Jury (Silberner Bär) ausgezeichnet.
__________________________
Weitere Infos:»
FLYER»
www.theater-an-der-ruhr.de» Infos/Karten 02 08 – 599 01 88 und an allen bekannten Vorverkaufsstellen