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Berlin 03:25 - Tehran 04:55 - Los Angeles 18:25 Samstag, 10.05.2008
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IRANER IN DEUTSCHLAND
"Das Land der grauen Tristesse"
imgDie Diskussionen, die um den Wahlkampf um Roland Koch entstanden sind, fanden nicht nur in den Medien statt, sondern auch sehr intensiv in vielen Migranten-Communities - auch und verstärkt in iranischen Communities, in denen sehr differenziert und tiefgründig alles hinterfragt worden ist, was mit dem Begriff "Integration" und "eigene, kulturelle Identität" zu tun hat. Selbst bei den eigentlich sehr integrationsbereiten Iranern machte sich eine Art Trotzreaktion gegenüber der deutschen Definition von Integration breit. Vorallem Migranten, die aus islamisch geprägten Regionen kommen, scheinen sich in den letzten Jahren zunehmend mit einem anderen Spiegelbild wahrnehmen zu müssen, das ihnen die deutsche Gesellschaft - gehetzt von den einseitigen Medienberichten - vorsetzt: Das Spiegelbild des angstauslösenden, unberechenbaren "Islamisten", in dem die Bombe quasi schon einsatzbereit tickt und der nur auf die nächst beste Gelegenheit wartet, die Werte einer "verhassten", liberalen Gesellschaft demonstrativ in die Luft zu sprengen.


Kleiner Exkurs

Beobachtet man nun die Entwicklung von vorallem türkisch- und arabischstämmigen Jugendlichen in den letzten Jahren, so wird man die Konsequenzen von verstärkten Stigmatisierungen seitens der Medien deutlich erkennen, die sich gleich einer selbsterfüllenden Prophezeiung im rasenden Tempo dem Bild zu gleichen beginnen, das von den Medien so einseitig dargestellt wird. Die natürliche Konsequenz einer skeptischen und leicht feindlichen Betrachtungsweise gegenüber Migranten bedingt eine Radikalisierung seitens der türkisch- und arabischstämmigen Migranten. "Lehnt Ihr uns ab, lehnen wir Euch noch stärker ab." Das Ergebnis sieht man dann in den Straßen von Großstädten oder in Jugendzentren, in denen der Neuanlauf von Jugendlichen erst einmal von den "kleinen Herrschern" mit einer direkten Frage dahingehend geprüft wird, ob er Moslem ist oder nicht. Ist er keiner, ist er ein Feind; ist er einer, ist er ein Bruder. Ein immer schlechter werdendes Deutsch und die radikale Ablehnung jeglicher pädagogischer Angebote und Förder-Institutionen für Jugendliche und auch ältere Migranten, die einmal die Sprache und einmal die Einsicht über die Werte und Normen jener Gesellschaft fördern sollen - in der die eigenen Eltern die Existenz aufgebaut haben, weil sie sie in der Vergangenheit für eine bessere Zukunft hielten - werden mit einem übersteigerten Traditionalismus und Nationalstolz niedergedrückt. Vor lauter "Aufklärungslust" der Medien ist nun eine kulturelle Polarität entstanden, die Pessimisten die Prognose einer unschönen Entladung befürchten lässt.

Man kann die Ursachen für die Entwicklung nicht allein bei den Medien, der falschen Integrationspolitik und den "gutgläubigen" Deutschen suchen, sondern eindeutig auch bei den sich damals schon isolierenden, türkischstämmigen Migranten, die sich in ihrem übersteigerten Nationalgefühl ob bewusst oder unbewusst jeglicher Art der Integration, Anpassung und Konformität im Rahmen demokratisch-liberaler Gesellschaftswerte entzogen, da sie sie als Demütigung der eigenen Identität empfanden. Die Gründe für diese Empfindungen sind einmal in der zugegeben kalten und herabwürdigenden Umgangsart in deutschen Ämtern und angeblichen "sozialen Institutionen" begründet und einmal in der zugegeben tunnelblickgleichen Verbohrtheit von über-traditions- und nationalbewussten Migranten.

Hinzu kommt noch die uneindeutige, linienschwache Integrationspolitik Deutschlands. Aus lauter Angst, politisch unkorrekt zu handeln und wieder dem Bild des bösen Nazideutschlands zu entsprechen, verzichtete man auf eindeutige Leitforderungen gegenüber Migranten. Zwar wird man sehr oft bei Amtsgängen mit einer gewissen Arroganz behandelt als "Schwarzkopf" und beschwert sich über die mangelnden Sprachkenntnisse eines Migrantenvolkes, das schon in der dritten Generation in Deutschland lebt - doch andererseits findet man überall im Alltag ganze "Gebrauchsanweisungen" - sei es nun in den Wartezimmern der Ämter, in den Vordrucken für Formulare oder am Fahrscheinautomaten - in türkischer Sprache, so dass die existenzielle Notwendigkeit eines anständigen Spracherwerbs als wichtigste Voraussetzung für Integration quasi ausfällt.


Und was geht die Iraner das jetzt an?

Warum ist das nun auch ein Problem für Iraner? Die Iraner sind einer der best-integrierten Migrantengruppe in Deutschland. Verglichen mit den türkischstämmigen Migranten ist die Akademikerrate sehr hoch, die Kriminalitätsrate niedrig und die Integrationsbereitschaft stark - vielleicht sogar einwenig zu stark - vorhanden. Sie sind der deutschen Sprache mächtig, erkennen die staatlichen Gesetze Deutschlands an, können mit un-islamischen und weniger dogmatischen Gesellschaften mehr anfangen als mit Islamischen, sind nur auf dem Papier oder nur sehr "frei" religiös. Wo nun das Problem liegt? - Genauso, wie jeder Asiate für ein ungeübtes Auge aussieht wie ein Chinese, so sieht der Iraner genauso aus wie jene Migrantengruppen, die sich schlecht integrieren und als "Problemherd" betrachtet werden. Zudem kommt, dass sie aus einem Land stammen, dessen Präsident mit Negativschlagzeilen auffällt und gerne als globaler Feind hochstilisiert wird. Und hier beginnt der Konflikt zwischen Iranern und der deutschen Gesellschaft - samt der oben genannten Migrantengruppen.


"Ich tu' doch alles - warum werde ich noch immer behandelt wie ein 'Kanake'?"

Die Iraner haben auf eine jahrtausende alte Kultur zurück zu blicken, in der einige Grundsteine der heutigen Wissenschaft, Medizin, Kultur, Kunst, Musik und Religion gesetzt worden sind, von der gerade der "zivilisierte Teil" der Welt seinen Nutzen zieht. Obwohl gerade in Deutschland die Antike in den Schulen sich ausschließlich hellenistischer Quellen bedient, in denen die "alten Perser" nicht unbedingt vorteilhaft dargestellt werden oder im Rahmen des Lehrprogramms gar nicht erst auftauchen, blicken vorallem Exil-Iraner mit einem unsicheren und deshalb vielleicht auch manchmal übersteigertem Stolz in die Vergangenheit ihres Landes, die ihr einziger Anhaltspunkt dafür ist, dass die Zukunft ihres Landes sich vielleicht bessert.

Aufgrund der letzten 28 Jahre islamischer Theokratie und der Flucht der Iraner ins Exil, hat das iranische Selbstbewusstsein einen großen, unheilbar wirkenden Riss erlitten. Der Stolz eines alten Weltreiches mit einem großen, kulturellen Erbe für die Welt wird 1979 innerhalb kürzester Zeit stark verunsichert. Es entstand eine schizophrene Haltung zwischen übersteigertem Stolz und einer übermotivierten Assimilation bezüglich ihres Gastlandes (in diesem Fall Deutschland), die die Iraner in einen Identitätskonflikt stürzte, der sich heute noch abzeichnet.

Was sich einerseits als die best integrierte Migrantengruppe mit der höchsten Akademikerrate manifestiert hat, zeigt sich auf der anderen Seite der Medaille auch als Identitätskonflikt. Wie sieht es wirklich in der iranischen Selbstwahrnehmung aus? Wer oder was will der Iraner sein? Was stellt er dar und wie fühlt er sich neben dem, was er darstellt wirklich? Aus einem Gefühl der Demütigung heraus, die aus der Angst, Schande und Scham für die vergangenen, gegenwärtigen und noch zukünftigen Gegebenheiten, die mit dem Namen "Iran" gefallen sind und noch fallen werden, vollzogen die Iraner in Deutschland einen zu inbrünstigen Integrations- und Assimilationsprozess. Als seien sie in einer ständigen Rechtfertigungsposition dafür, was in ihrem Herkunftsland geschieht und welches ideologische Gesicht es angenommen hat, entstehen bei einer erwähnenswerten Anzahl von Iranern eine so starke Integrationssehnsucht, dass es fast an Selbstverleugnung grenzt. Was "Die Zeit" hier als sehr positiv darstellt, zeigt eigentlich eine starke Tendenz der Akkulturation¹, die aber nicht auf jeglicher psychosozialer Ebene stattfindet, sondern nur als Image, während die Psyche selbst einen Kampf mal um und gegen die eigene Herkunftsidentität ausfechtet.

"Eine Einwanderergruppe, in der es einen Markt für solche Karten gibt, scheint nicht schlecht zurechtzukommen. Aber was heißt überhaupt Gruppe? Die Iraner in Deutschland waren immer ein wenig stolz auf ihre Unauffälligkeit. Die überwältigende Mehrheit der etwa 120.000 Migranten aus Iran kommt in ihrer neuen Heimat so gut zurecht, dass sie als Gruppe kaum wahrgenommen wird. Die Deutsch-Iraner – mehrheitlich Muslime – sind lebende Beweise dafür, dass der Integrationserfolg weniger mit der Religionszugehörigkeit als mit Bildungsorientierung und einer positiven Haltung zum Einwanderungsland zu tun hat. Keine andere Migranten-Community hat so viele Ärzte, so viele Unternehmer und Ingenieure hervorgebracht. Seit dem Jahr 2000 haben sich unter dem neuen Staatsbürgerschaftsrecht über 50.000 Iraner einbürgern lassen – eine stille Erfolgsgeschichte." (Aus "Die Zeit")

Das größte Bestreben einiger Iraner scheint es zu sein, in seiner Umwelt zu erfahren, dass es auch zum zivilisierten und unauffälligen Teil dieser liberalen Welt gehört und dass eine eindeutige Abgrenzung zwischen ihm und dem entsteht, was in den Medien über sein Herkunftsland berichtet wird. "Iraner" und "Iranerin" wird durch "Perser" und "Perserin" ersetzt, die Religion, mit der man aufgewachsen ist und gegen die man vermutlich ohne die islamische Revolution und deren Folgen in Form eines Gottesstaates mit klerikalen Herrschern nicht als herbe Enttäuschung empfinden würde, gibt man eine untergeordnete bis gar keine Rolle mehr. Täglich ist der Iraner darauf erpicht, seiner Umwelt zu beweisen, dass die Werte der liberalen und demokratischen Welt voll und ganz von ihm einverleibt worden sind und es nun endlich an der Zeit sei, ihn als volles und achtenswertes Mitglied der leistungsorientierten Gesellschaftsdynamik an zu erkennen. In übersteigerter Form kann das darin ausarten, dass die Frage nach der Herkunft vereinzelt auch mal mit "Italien" oder "Spanien" beantwortet wird und der "Spitzname" wie alles andere klingt, nur nicht persisch. Als ortsversetzte Trotzreaktion gegen die strengen Sitten des Herkunftslandes, präsentiert sich die "Perserin" und der "Perser" besonders aufreizend gestylt, einige phänotypische Erscheinungsformen eines typisch iranischen „Wesens“ werden unterdrückt.

Trotz all dieser genannten Punkte wurden und werden Iraner im Laufe ihres ehrgeizigen Integrationsprozesses immer wieder durch Vorurteile und gezielte Fragen fast drangsaliert. Angefangen von Betty Mahmoodys "Nicht ohne meine Tochter" und der Frage, ob iranische Männer ihre Frauen wirklich so brutal schlagen und man "dahinten wirklich Käfer isst" bis hin zur Verknüpfung mit den Aussagen des heutigen Präsidenten und der Frage, "ob man sich denn mit ihm identifiziere und auch den Israelis die Vernichtung wünsche", wird den Iranern noch immer das Gefühl gegeben, rückständig und skepsiswürdig zu sein. Hinzu kommt die Assoziation mit anderen Migrantengruppen wie türkischstämmigen und arabischstämmigen Migranten, die in Relation zu Iranern eine hohe Kriminalitäts- und Arbeitslosenrate aufweisen und bezüglich des Bildungsstandes und der Integrationsbereitschaft zu den "Problemfällen" gehören. Meint man es in der Begegnung mit einem Iraner als Deutscher sehr gut und ist erfreut über die "Ausnahme und die Seltenheit", die er als "Ausländer", "Kanake" und "Schwarzkopf" mit seinen hervorragenden Deutschkenntnissen und seinem Bildungsstand darstellt, wird dem Iraner in so einer peinlichen Situation erneut bewusst, dass er trotz seines eigeninitiativen und ehrgeizigen Spagats zwischen Identität und Anpassung immer noch in den selben Topf geschmissen wird wie jene anderen Migrantengruppen, die tatsächlich - ohne der Maske der politischen Korrektheit in der Artikulation ergeben zu sein - problematische Tendenzen aufweisen.

Das Resultat endet darin, dass optimal integrierte Iraner mit einer depressiven Verstimmung in Deutschland sitzen und mal wütend mal seufzend sagen: "Was wollen die von mir? Ich habe alles gegeben. Ich habe besser deutsch gelernt, als die Deutschen selbst. Meine Abschlüsse sind besser als ihre eigenen. Ich bin selbständig und sorge für Arbeitsplätze, ich bin erfolgreich, ich bin integriert - aber ich werde immer noch behandelt wie ein ungebildeter 'Kanake', dessen Gene per se mit 'Barbarismus', 'Terrorismus' und 'Fundamentalismus' bestückt zu sein scheinen. Deutschland ist ein kaltes Land, ein graues Land, nicht meine Heimat - das Land der grauen Tristesse." Die zornige Variante könnte so lauten: "Als mein Land schon über eine Hochkultur verfügte, lebten die Menschen hier noch wie Affen auf den Bäumen! Man macht mich im Sozialamt nach der Insolvenz meiner Firma doof an, dabei lebt Deutschland von iranischem Öl von iranischem Blut meines Volkes! Milliardengeschäfte mit den Mullahs und fette Waffenlieferungen an den Irak während des Krieges stabilisierten die jetzige Regierung! Die sollen mir mal nicht mit Moral und Arroganz kommen!" Doch echte Fluchtmöglichkeiten im Alltag gibt es wenige, denn im Zuge der Akkulturation fingen Iraner durch ihre schizophrene Haltung an, sich und ihre eigene Migrationsgruppe abzulehnen. Übrig bleibt eine oberflächliche Zusammenkunft von einem Haufen Individualisten auf diversen Parties, die erleichtert sind, wenn sie aus ihren "eigenen Reihen" raus sind und sich zu Hause wieder dem berufs- und karriereorientierten Alltag widmen können.


Der Endeffekt

Die aktuelle weltpolitische Situation, in der Iran eingeflochten ist, ist zugegeben keine einfache; und vor allem keine, die die Entflechtung von Vorurteilen und Offenheit Iranern gegenüber fördert. Dennoch ist die Situation zwischen Iranern und Deutschen alles andere als aussichtslos, denn eigentlich verstehen sich beide Völker sehr gut. Erstrebenswert wäre jedoch eine klare und öffentliche Differenzierung zwischen den Migrantengruppen in Deutschland, damit spezifischere Integrationskonzepte entworfen werden können.

Es entspricht einfach nicht der Wahrheit, wenn man von den "Integrationsproblemen der Migranten" spricht, anstatt die Alltags- und Integrationsprobleme differenziert und spezifisch zu betrachten. Nur so ist eine realistische Problemlösung möglich und Migrantengruppen, die nicht betroffen sind, fühlen sich nicht zu Unrecht stigmatisiert, so wie es bei Iranern der Fall ist. Sicher ist es schwer für ein Land mit einer faschistischen Vergangenheit seine Überbesorgtheit bezüglich solcher konkreten Aussagen über Migrantengruppen zu vernachlässigen, doch im Endeffekt erhöhen solche politischen "Schüchternheiten" ein zielloses Umherwüten und Sündenbock-Suchen der deutschen Gesellschaft. Solange Probleme nicht konkretisiert werden, wird man sie einer allgemeinen dumpfen Masse namens "Ausländer" aufstülpen - und eigentlich unbeteiligte oder gar vorbildliche Migranten werden zu Unrecht mit kritisiert. Selbst bei den Problemherden sei gesagt: Es gibt keinen Sündenbock, es gibt nur Probleme, die gelöst werden müssen. Dafür braucht man aber eine Feststellung und Benennung spezifischer und differenzierter Inhalte.

Eine vehementere Erwartungshaltung gegenüber Migranten sollte artikuliert werden - der Spracherwerb als mindeste Zusage und Pflichterfüllung sollte gefordert werden, da die Sprache die primäre Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration ist, die allen Beteiligten – Gesellschaft und Migranten – von großem Nutzen ist.

Bezogen auf die Iraner sollte eine eindeutige positive Stellungnahme zu ihren Leistungen gemacht werden, damit auch bei ihnen keine Trotzreaktion und Radikalisierung entsteht. "Selbsterfüllende Prophezeiungen", die sich bei iranischen Jugendlichen immer mehr zeigen, indem sie anfangen, sich mehr mit muslimischen, türkischen, arabischen "Ghetto-Boys-Subkulturen" zu identifizieren, müssen ein Stopp geboten werden.

Und Iraner selbst sollten sich über Einiges bewusst werden und dafür möchte ich Sie jetzt direkt ansprechen, liebe Landsleute:

Sie haben ihr gutes Benehmen, Ihren Hang zur Höflichkeit und zur Etiquette nicht erst in Deutschland erlernt. Der Wissensdurst, die Begeisterung für Wissenschaft, Mathematik, Medizin und Bildung ist nicht erst entstanden, seit Sie in Deutschland sind. Geschäftstüchtigkeit und Fleiß, Ehrgeiz und Zielstrebigkeit ist kein ausschließlich "ausländisches" Gut, sondern integraler Bestandteil einer typisch iranischen Erziehung - und das wissen Sie. Die eigene Identität muss nicht bekämpft und verleugnet werden, damit eine Integration hier stattfinden kann, da die eigene Identität in den existenziellen Bereichen überhaupt nicht im Widerspruch zu den deutschen Werten steht. Sie mussten sich nicht erst durch Selbstgeißelung den "Barbarismus" aus dem Leib erziehen, um hier als richtiger, zivilisierter Mensch neugeboren zu werden - eine ständige Rechtfertigungshaltung aufgrund der momentanen Regierung Ihrer Heimat ist überhaupt nicht nötig. Sie dürfen nicht nur, Sie sollten eine starke Community bilden und Ihre spezifischen Interessen vertreten, damit man sieht, wofür Sie stehen und wofür Sie nicht stehen, damit man Ihnen keine demoralisierenden Fragen mehr stellt. Sie brauchen sich nicht zu verstellen, denn was Sie leisten - in und für Deutschland, ist lobenswert. Eine Selbstverleugnung ist nicht nötig, liebe Landsleute, es schwächt nur das Selbstwertgefühl und bedingt die Heimsuchung immer wieder kehrender Depressionen, zu denen Sie neigen. Ein Spagat ist verschwendete Energie, weil er nichts, aber auch gar nichts ändert - Sie werden von den selben "Idioten" immer noch als das gesehen, als das man Sie sehen will, doch das sollte Sie nicht weiter tangieren und Sie weiter in eine Selbstdarstellung beugen, die Sie nicht nötig haben und die Ihnen schadet.

Seien Sie, wie Sie sind. Sie dürfen das. Sie sollen das sogar, aber verlieren Sie niemals einen gesunden, kritischen Blick auf sich selbst und Ihre wahren Schwächen, nicht auf die, die Sie sich selbst einbilden.


Von Sherry


__________
¹ Der Begriff Akkulturation bezeichnet das Hineinwachsen einer Person in ihre kulturelle Umwelt. In der Regel bezieht sich der Begriff auf Heranwachsende, also Kinder und Jugendliche in der Phase der Adoleszenz. Es kann aber auch der Assimilationsprozess Erwachsener gemeint sein, die sich als Immigranten mit einer ihnen fremden Kultur vertraut machen.



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Veröffentlicht:
Samstag, 08.03.2008 , 22:00 Uhr
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