Die nach Deutschland geflohene Fariba (Jasmin Tabatabai) traut sich nicht, den Grenzbeamten den wahren Grund ihrer Verfolgung zu nennen. Da sie nicht als politisch Verfolgte gilt, wird ihr Asylantrag abgewiesen, worauf sie rasch wieder in den Iran abgeschoben werden soll. Doch dort droht ihr die Todesstrafe, weil ihr lesbisches Verhältnis entdeckt wurde. Als ihr Landsmann Siamak Mustafai (Navíd Akhavan) im Flüchtlingsheim aus Verzweiflung Selbstmord begeht, schlüpft Fariba kurzerhand in seine Kleidung, trägt seine Brille und malt sich einen Bartschatten. Dank Siamaks Identität erhält sie eine vorübergehende Aufenthaltsgenehmigung in der schwäbischen Provinz. Mit dem illegalen Job in einer Sauerkrautfabrik will sie das Geld für einen falschen Pass zusammenkratzen. Um ihre fragile Tarnung aufrechtzuerhalten, verfasst sie zum Beispiel unter Siamaks Namen Briefe an dessen Eltern, in denen sie die seltsamen deutschen Sitten beschreibt. Zudem muss die studierte Deutsch-Übersetzerin und Goethe-Kennerin vor den gemütlichen schwäbischen Krautbauern nicht nur ihre geschlechtliche Identität verstecken, sondern auch ihre Intellektualität. Ihre Maskerade ist ziemlich anstrengend - aber so überzeugend, dass nicht nur die Männer im Asylbewerberheim getäuscht werden. Beim Kohlstechen auf dem Feld beginnt gar ihre impulsive Kollegin Anne (Anneke Kim Sarnau) sich für den neuen, introvertierten Kollegen Siamak zu interessieren, der so anders ist als die übrigen Machos in der Fabrik. Fariba gerät in eine herzzerreißende Zwickmühle: Nicht nur beim Besuch eines Bordells, zu dem "Siamak" von Annas eifersüchtigem Ex-Freund genötigt wird, droht ihre Identität aufzufliegen. Aufreibender noch als die Angst Faribas vor der Abschiebung ist die Frage, wann Anne entdeckt, in wen sie sich eigentlich verliebt hat - und ob sie ihren Gefühlen trauen wird.