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Berlin 18:17 - Tehran 19:47 - Los Angeles 09:17 Montag, 12.05.2008
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BüNDNIS MIT IRAN
Tadschikistan wendet sich von Russland ab
Moaskau - Die Präsidenten von Tadschikistan, Iran und Afghanistan bereiten derzeit intensive gemeinsame Verhandlungen vor, was vermutlich mit dem Beschluss eines Wirtschaftsrates des persischsprachigen Bündnisses endet, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" am Freitag.

Nach Ansicht einiger Experten ist das mit geringer gewordenen Einfluss Russlands auf Tadschikistan möglich geworden.

Das traditionell auf Moskau orientierte Duschanbe geht daran, seine Außenpolitik von Russland auf Iran umzustellen. Tadschikistan-Experte Raschid Abdullo bemerkte in diesem Zusammenhang: "In den beiden letzten Jahren überwog in der Einstellung Russlands zu den zentralasiatischen Ländern, darunter zu Tadschikistan, ein situationsbedingtes Herangehen. Die Entwicklung der Beziehungen zu den neuen Partnern ist zum Schaden der Verbindungen mit den alten strategischen Verbündeten geschehen.

Die Beziehungen zwischen Moskau und Duschanbe verschlechterten sich merklich, nachdem der russische Alu-Riese Rusal und die Regierung von Tadschikistan keine Vereinbarung über die technischen Parameter des Wasserkraftwerks Rogun hatten erzielen können. Außerdem missfiel es Tadschikistan, dass Moskau im usbekisch-tadschikischen Streit über die Nutzung der regionalen Gewässer sich auf die Seiten Taschkents schlug (Usbekistan lehnt kategorisch Wasserkraftwerke an den Grenzflüssen ab).

Die Schwächung von Russlands Positionen hat Iran ausgenutzt, das Tadschikistan als einen Teil von "Groß-Iran" betrachtet. Gerade nach Teheran begab sich Präsident Emomali Rachmon, als das von der Kältewelle erschütterte Tadschikistan von seinen Nachbarn keine wesentliche Hilfe erhielt. Rachmon gelang es, nicht nur Wirtschaftshilfe für sein Land zu bekommen, das eine Energiekrise durchlebte, sondern sich auch den Beistand des iranischen Amtskollegen bei weiteren Fragen zu sichern. Mahmud Ahmadinedschad bekräftigte die Absicht, mit iranischem Geld eine Bahn von Tadschikistan über Afghanistan nach Iran zu bauen, und versprach, das Bautempo beim zweiten Wasserkraftwerk von Sangtudin zu beschleunigen und ein weiteres in der Stadt Schurob zu bauen. Darüber hinaus versprach er, in Duschanbe ein modernes Zentrum für Herzchirurgie zu errichten.

Wie Andrej Grosin, Leiter der Abteilung Zentralasien und Kasachstan am Institut der GUS-Länder, annimmt, sucht Tadschikistan sich gegen die Verstärkung des regionalen Gewichts von Kasachstan und Usbekistan abzusichern. "Vielleicht hat Tadschikistan beschlossen, dass es keinen Sinn hat, zu hoffen, dass Russland auf Usbekistan einen Druck ausüben werde, und will versuchen, dieses Problem mit Irans Hilfe zu lösen", so der Experte.

__________________________________________________________
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der RIA Novosti

(pi)
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Veröffentlicht:
Samstag, 22.03.2008 , 09:50 Uhr
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