Schmacht-Pop und ganz große Abendgarderobe, Stolz auf die eigene Kultur - und dazu ein Hauch Wehmut über Fernes und Verlorenes.Hamburg - Es gibt eine Parallelparty an diesem Abend. Auf der Damentoilette. Gedränge vor den Spiegeln. Nachschminken, was perfekt scheint. Haare zupfen. Gegenseitig die Garderobe bewundern. Den Schon-Ex oder Noch-Freund am Handy zusammenstauchen. Lachen, plaudern, rauchen. Die kleinen Dinge verhandeln. Und die großen Gefühle. So wie nebenan auf der Bühne.
Um ihr Neujahrsfest Nowruz zu feiern, hat der Hamburger Veranstalter Djordan Party drei persische Superstars ins CCH geladen. Doch bevor Sheila, Mansour und Sattar mit feurigem Schmacht-Pop für Euphorie und Nostalgie sorgen, vergehen mehr als zwei Stunden mit großem "Salam".
Gegen 20 Uhr trudeln Paare, Freunde und Familien ein. Fans iranischer, afghanischer, tadschikischer Herkunft. Männer begrüßen sich mit drei Küssen auf die Wangen, Frauen umarmen sich innig. Das freudige Murmeln im Foyer schwillt an. Mädchen, die wie Prinzessinnen ausstaffiert sind, spielen Fangen, während ihre Eltern das Formular für die Tombola ausfüllen. Erster Preis: ein Flug nach Teheran. Zweiter und dritter Preis: das neue Eau de Toilette von Mansour. Der Duft der Heimat. Importiert aus Kalifornien.
(sVy) » Lesen Sie weiter auf Abendblatt