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ZEITUNG
Irans Beitrittswunsch zur Schanghai-Organisation stößt in Russland auf Skepsis
MOSKAU, 25. März (RIA Novosti). Mit seinem offiziellen Antrag auf den Beitritt zur Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) rechnet Teheran, sich im Falle eines Konfliktes mit den USA die Unterstützung Russlands und Chinas zu sichern, schreibt die russische Zeitung „Kommersant“ am Dienstag.

Doch weder Moskau noch Peking beabsichtigen eine Verschärfung der Konfrontation mit dem Westen und beeilen sich deshalb nicht, dem iranischen Antrag stattzugeben. Übrigens können die Interessen des russischen Energiekonzerns Gazprom sich auf diese Haltung auswirken, denn der Monopolist läuft Gefahr, wegen der Verschlechterung der Beziehungen zu Iran seinen Traum von der Kontrolle über die Gasströme aus dem Nahen Osten für Europa aufgeben zu müssen.

Zur Zeit hat Iran in der SOZ nur den Status eines Beobachterlandes (neben Indien, Pakistan und der Mongolei) und nicht den eines vollberechtigten Mitglieds (wie Russland, China, Kasachstan, Kirgisien, Tadschikistan und Usbekistan).

Die meisten dieser sechs Länder nahmen die Nachricht über Irans Antrag auf die SOZ-Mitgliedschaft mit vorherzusagender besorgter Vorsicht auf. Experten haben dafür eine Erklärung.

"Iran sieht in der SOZ nicht eine Organisation für Zusammenarbeit, sondern nur ein Instrument im Feilschen mit dem Westen", erklärte Alexander Lukin, Direktor des Zentrums für Ostasien und SOZ an der Moskauer Staatlichen Hochschule für internationale Beziehungen. "Die SOZ hat nicht vor, eine Organisation für eine Konfrontation zu werden, deshalb muss Iran vor seinem Beitritt die Frage mit der IAEO nach seinem Nuklearprogramm endgültig lösen."

Indes hat die wenig eindeutige Einstellung von Moskau zu den Kontakten mit Iran schon den Interessen der Gazprom geschadet. Zuerst fanden kleine europäische Gesellschaften einen Pfad nach Iran. Die schweizerische staatliche EGL Group hat vorige Woche mit der iranischen staatlichen Öl- und Gasgesellschaft NIGEC einen Vertrag über Gaslieferungen ab 2009 mit einer Laufzeit von 25 Jahren geschlossen. Die unter der OMV-Kontrolle stehende österreichische EconGas gab dieser Tage ihre Bereitschaft bekannt, ab 2013 in Iran Naturgas zu kaufen.

Russland droht der Verlust der Kontrolle über die Gasströme aus dem Nahen Osten in die EU, und dabei hat die Gazprom in all den letzten Jahren diese Vorherrschaft angestrebt. Iranisches Gas kann in die EU durch die Rohrleitungen durch Türkei kommen. Gegenwärtig ist zwischen der Türkei und Griechenland ein Abschnitt der Transadriatischen Gaspipeline in Betrieb gesetzt worden (10 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr mit möglicher Erhöhung bis zu 20 Milliarden Kubikmeter). 2012 soll dieser Abschnitt bis nach Süditalien (Apulien) verlängert werden.

Das ist eine eindeutige Konkurrenz gegen eine der Abzweigungen der South Stream (10 bis 20 Milliarden Kubikmeter), die die Gazprom bis 2013 nach Apulien zu bauen plant. Somit werden kleine europäische Gasverkäufer der Gazprom voraus sein, was baldige Gaslieferungen auf den nach Deutschland zweitgrößten Gasmarkt der EU, nach Italien, betrifft. Ergebnis: Gazprom sieht seine Pläne bedroht, den eigenen Anteil an den EU-Märkten von 25 Prozent bis auf 35 Prozent (im Jahre 2015) zu erhöhen.


(sVy)Mit freundlicher Genehmigung von RIA Novosti
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Veröffentlicht:
Mittwoch, 26.03.2008 , 09:54 Uhr
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