
Die Konfrontation, die zwischen Christentum und Islam konstruiert wurde, hat es im Spätmittelalter nicht gegeben“, sagt Markus Ritter. Vielmehr gab es zwischen den Kulturräumen enge Kontakte – was Ritter an seinem eigenen Fachgebiet, der Iranisitik, illustriert. „Es gab Pläne einer Allianz zwischen dem Papst und dem mongolischen Iran“, erzählt er. Der Iran wollte sich damals aus der Umklammerung der Nachbarstaaten befreien – und wählte als Ausweg den Mittelmeer-Raum. Der Papst konnte dadurch beispielsweise erreichen, dass im Iran ein römischer Bischofssitz eingerichtet wurde. Handelsstädte wie Venedig oder Genua wiederum haben die Gunst der Stunde genutzt und Handelsniederlassungen im Iran eingerichtet.
(sVy)» Lesen Sie weiter auf Die Presse