Sahbas Vater, ein Antennenbauer, ist nicht zu Hause, als es um neun Uhr abends an der Tür klopft. Er wolle etwas für den Vater abgeben, sagt der Fremde. Als Sahba und ihre Freundin nicht öffnen, versucht er, die Tür einzutreten. Dann rollt ein Bagger auf das Haus in der südiranischen Kleinstadt Abadeh zu. Beim Versuch, die Polizei zu rufen, bricht die Telefonleitung zusammen. Zehn bis 15 Basidschi, Mitglieder einer paramilitärischen Miliz, stürmen das Haus. Als Sahbas Vater zurückkommt, nehmen die Maskierten ihn mit. Am nächsten Morgen liegt eine Nachricht im Briefkasten: „Ihr Bahai, Abadeh soll von euch gesäubert werden, verschwindet von hier, sonst tun wir eueren Familien etwas an“. Ein Nachbar erzählt dem Vater später, vor dem Überfall sei der Leiter der örtlichen Sittenpolizei gekommen, habe ein „Manöver“ ankündigt und allen befohlen, nicht die Türen zu öffnen.
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