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Die Magie der alten Segelschiffe
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tilly
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Caspar David Friedrich: Abend an der Ostsee (1831)

Unten: Mondaufgang über dem Meer (1819)

"Am zuverlässigsten unterscheiden sich die einzelnen Fernsehprogramme noch durch den Wetterbericht." N.N.
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tilly
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Doride (Nereide) auf einem Seepferd (Hippokamp), 2. Jahrhundert v.Chr.

DORIDEN im Chor an Nereus vorbeiziehend, sämtlich auf Delphinen:
Leih uns, Luna, Licht und Schatten,
Klarheit diesem Jugendflor;
Denn wir zeigen liebe Gatten
Unserm Vater bittend vor.
Zu Nereus:
Knaben sind`s, die wir gerettet
Aus der Brandung grimmem Zahn,
Sie, auf Schilf und Moos gebettet,
Aufgewärmt zum Licht heran,
Die es nun mit heißen Küssen
Treulich uns verdanken müssen;
Schau die Holden günstig an.


Faust II, Vers 8391-8401

Die Doriden – eigentlich Nereiden – sind Nymphen des Mittelmeers, Töchter des Meeresgottes Nereus und der Okeanide Doris. Auf Delphinen, Seepferden, manchmal auch auf Seestieren im Meer unterwegs, haben sie die angenehme Eigenschaft, die Seeleute zu mögen, zu erheitern und bei Schiffbruch zu beschützen, sogar zu retten. Der Mythos gibt ihnen schwarze Augen, Schönheit und Grazie. Wenn ich die Verse des Herrn von G. so lese, würd ich nicht sagen, die Doriden/Nereiden seien schüchtern.
"Am zuverlässigsten unterscheiden sich die einzelnen Fernsehprogramme noch durch den Wetterbericht." N.N.
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tilly
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Am Strand der Insel Norderney. Hier verbrachte Heinrich Heine 1825 seinen Sommerurlaub und ließ sich zu Die Nordsee, eines seiner vier Reisebilder, inspirieren. (Foto: Produnis)

Heinrich Heine

Poseidon

Die Sonnenlichter spielten
Über das weithinrollende Meer;
Fern auf der Reede glänzte das Schiff,
Das mich zur Heimat tragen sollte;
Aber es fehlte an gutem Fahrwind.
Und ich saß noch ruhig auf weißer Düne,
Am einsamen Strand,
Und ich las das Lied vom Odysseus,
Das alte, das ewig junge Lied,
Aus dessen meerdurchrauschten Blättern
Mir freudig entgegenstieg
Der Atem der Götter,
Und der leuchtende Menschenfrühling,
Und der blühende Himmel von Hellas.

Mein edles Herz begleitete treulich
Den Sohn des Laertes, in Irrfahrt und Drangsal,
Setzte sich mit ihm, seelenbekümmert,
An gastliche Herde,
Wo Königinnen Purpur spinnen,
Und half ihm lügen und glücklich entrinnen
Aus Riesenhöhlen und Nymphenarmen,
Folgte ihm nach in kimmerische Nacht,
Und in Sturm und Schiffbruch,
Und duldete mit ihm unsägliches Elend.

Seufzend sprach ich: Du böser Poseidon,
Dein Zorn ist furchtbar,
Und mir selber bangt
Ob der eignen Heimkehr.

Kaum sprach ich die Worte,
Da schäumte das Meer,
Und aus den Wellen stieg
Das schilfbekränzte Haupt des Meergotts,
Und höhnisch rief er:

Fürchte dich nicht, Poetlein!
Ich will nicht im gringsten gefährden
Dein armes Schiffchen,
Und nicht dein liebes Leben beängstgen
Mit allzu bedenklichem Schaukeln.
Denn du, Poetlein, hast mich nie erzürnt,
Du hast kein einziges Türmchen verletzt
An Priamos' heiliger Feste,
Kein einziges Härchen hast du versengt
Am Aug meines Sohns Polyphemos,
Und dich hat niemals ratend beschützt
Die Göttin der Klugheit, Pallas Athene.

Also rief Poseidon
Und tauchte zurück ins Meer;
Und über den groben Seemannswitz
Lachten unter dem Wasser
Amphitrite, das plumpe Fischweib,
Und die dummen Töchter des Nereus.


(Die Nordsee, Erster Zyklus, 1826)


Poseidon: Im griechischen Mythos Gott des Meeres
An Priamos' heiliger Feste: Troja, das dem Meeresgott Poseidon geweiht war und durch eine List von Odysseus (Trojanisches Pferd) erobert und zerstört wurde. Priamos war König von Troja.
meines Sohns Polyphemos: Der einäugige Riese Polyphem hielt Odysseus und seine Gefährten in einer Höhle gefangen. Odysseus machte Polyphem betrunken und bohrte ihm dann einen spitzen, glühenden Pfahl ins Auge.


Heine lässt das gekränkte "Poetlein" an Amphitrite und den Töchtern des Nereus (Nereiden, Doriden) seinen Frust abreagieren. Die genannten mythischen Frauenfiguren galten weder als plump noch als dumm.
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"Schot- und Mastbruch!" - der übliche Glückwunsch, den man einem Segelschiff auf die Reise mitgibt. Grins

Die Schot ist eine Leine zum Bedienen der Segel.
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Konstantinopel, das heutige Istanbul, in einer Darstellung von 1851. Wer diesen Ort besitzt, kontrolliert den Seeweg vom Schwarzen Meer ins Mittelmeer. Links das Goldene Horn mit der alten und neuen Brücke, nach Norden der Bosporus und rechts im Osten das kleinasiatische Ufer.

Gegründet wurde die Stadt um 660 vC von den Griechen. Sie gaben ihr den Namen Byzantion. Hier passierten die Schiffe, die Athen mit Weizen aus Südrußland versorgten. Während der Perserkriege, besonders in der Zeit von 513 bis 439, brachten die Achaimeniden das strategisch wichtige Byzantion in ihre Gewalt, bis es 439 wieder unter griechische Herrschaft kam.

Byzantion zur Zeit der Perserkriege

(…) The Greek polis of Byzantium, in the European province of Thrace (OPers. Skudra), stood on the peninsula dividing the Bosporus from the Sea of Marmara; it thus played a pivotal role in the Greco-Persian wars. Though Achaemenid control of Byzantium was never as stable as in other garrison centers throughout the Thracian region, it nevertheless ranked with the Persian garrison at Sestos as a key Achaemenid port on the European coast of the Bosporus and Hellespont. It came under Achaemenid control in the late 6th century b.c., when the Achaemenid King Darius I (522-486 b.c.) set forth on an attempt to conquer Scythia, which lay north and east of the Pontus (Black Sea). In about 513 his troops entered Byzantium by means of a bridge constructed by the Samian engineer Mandrokles across the narrows north of the city, where the Bosporus flows out of the Black Sea (Herodotus, 4.87-89; Polybius, 4.43.2; Dionysius Byzantius, 57). After Byzantium had been subdued, Ariston, the Greek commander in charge of Byzantium (Herodotus, 4.138), and Miltiades, the Athenian tyrant of Thracian Chersonese (the Gallipoli peninsula), joined the eastern Greek fleet, which sailed into the Pontus and up the Danube under Persian direction. Darius’s European land forces were, however, too small and had too little time to achieve major conquests: In Thrace, aside from Byzantium itself, only some parts of the southwestern Pontic coast and the Hebros (Maritsa, Meriç) valley were subdued. When Darius, after several months’ fighting in Scythia, re­turned in defeat to Sardis, Byzantium and the towns on the southwestern Pontic coast seem to have thrown off Persian domination. (…)

Encyclopaedia Iranica. Der ganze Artikel auf: http://www.iranica.com/newsite/ (unter "Byzantium")
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Der Hafen von Messina in Sizilien um 1570
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Die Korvette wurde im 18. Jahrhundert entwickelt. Sie gehörte zu den kleineren, besonders wendigen Kriegsschiffen mit leichter Bewaffnung, geringem Tiefgang und hoher Schnelligkeit. In der Regel hatte sie drei Masten und die Takelung eines Vollschiffs.



Die Korvette Braunschweig der Bundesmarine beim Verlassen Hamburgs. Seit 20 Jahren wird dieser Schiffstyp wieder vermehrt gebaut. Durch ihre bessere Bewaffnung kann sich die Korvette wirkungsvoller verteidigen als ein Schnellboot.
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Die spanische Santissima Trinidad war wie die englische Victory ein sogenanntes Linienschiff. Es lief im März 1769 in Havanna vom Stapel und sank 1805 bei der Schlacht von Trafalgar.


Englische und holländische Linienschiffe eröffnen im Sommer 1666 die Schlacht von North Foreland (St. James’s Day Fight). Wie das Bild gut zeigt, kämpften Linienschiffe in Kiellinie, von daher haben sie ihren Namen. Sie waren die größten Kriegsschiffe unter Segeln. Ihre Nachfolger wurden im 20. Jahrhundert die Schlachtschiffe.



Pazifikkrieg, Januar 1945: Die amerikanischen Schlachtschiffe Pennsylvania (vorne), Colorado, Louisville, Portland und Columbia nehmen im Golf von Lingayen Kurs auf Luzon.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dieser Schiffstyp sukzessive ausgemustert. Sein militärischer Nutzen als "schwimmende Artillerie" galt als überholt.
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Die englische Fregatte Trincomalee von 1817 ist das älteste noch schwimmende Schiff Großbritanniens.

Die klassische Fregatte entstand Anfang des 18. Jahrhunderts in Nordeuropa. Anders als die Karacken, Karavellen und Galeonen hatte sie keine Aufbauten mehr an Bug und Heck. Dadurch besaß sie deutlich verbesserte Segeleigenschaften. Die Fregatte war schnell und wendig und konnte im Unterschied zu anderen Schiffen auch noch bei schwerer See feuern.


Seegefecht zwischen der französischen Fregatte La Cannoniere (links) und dem englischen Linienschiff Tremendous (Mitte) sowie einer einer englischen Fregatte (rechts). Die Franzosen sind im Vorteil: Sie haben den Wind von achtern und können ihre ganze Breitseite einsetzen. Das englische Linienschiff dagegen ist auf seine Bugwaffen beschränkt. Man nennt dieses Manöver "Crossing the T".


Iranische Fregatte der Alvand-Klasse. Vor ungefähr zehn Jahren hat Iran begonnen, bei den Streitkräften besonders die Marine zu erneuern und zu erweitern.
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See- und Landschlachten forderten nicht nur Tote. Was heute Kriegsfotografen dokumentieren, malten früher die Künstler – wie hier Pieter Bruegel der Ältere im Jahr 1568.


Francisco de Goya: Traurige Vorahnungen dessen, was geschehen wird (1810). Das ist Bild gehört zu den 82 Grafiken, die Goya zwischen 1810 und 1814 unter dem Titel Desastres de la guerra (Die Schrecken des Krieges) vollendete. Er verarbeitete darin Erlebnisse aus den Napoleonischen Kriegen.

Wer es sich anschauen möchte, braucht Nerven:
http://commons.wikimedia.org/wiki/Los_desastres_de_la_guerra?uselang=de
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Wie der Krieg Menschen zurichtet: Streichholzhändler von Otto Dix (1891–1969). Nach dem Abzeichen auf der Mütze handelt es sich bei dem Mann um einen ehemaligen Matrosen der deutschen Kriegsmarine. Das Bild wurde 1920 gemalt, also zwei Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs.

Die Staatsgalerie Stuttgart, wo das Werk hängt, schreibt auf ihrer Website:

Das Gemälde gehört zu den vier in Dresden gemalten »Krüppelbildern«, mit denen Otto Dix in einer drastisch pointierten Bildsprache die Sinnlosigkeit und Brutalität des Krieges anprangert. Doch ist hier nicht eine Gruppe, sondern ein verstümmelter Kriegsversehrter - gleichsam als Antiheld - ins Zentrum gerückt. Das ganze Elend dieser geschundenen Kreatur - erblindet, die Arme und Beine amputiert - verdichtet sich in dem großen, schräg nach oben gedrehten Kopf mit den schwarzen Augenklappen, hinter dem (als Anspielung auf sein Martyrium) das Rahmenkreuz einer Haustür erscheint. Aus seinem Mund gellt wie ein gequälter Aufschrei der Ruf »Streichhölzer, Echte Schwedenhölzer«, der mit kreidiger Ölfarbe auf die Leinwand gekritzelt ist.

Wohlhabende, vielleicht Kriegsgewinnler, entfliehen von der verkrüppelten Gestalt, die durch ihr Leid zum Außenseiter wurde; selbst der Dackel bringt seine Verachtung sinnfällig zum Ausdruck. Der erhöhte Blickwinkel, die bilderbogenhafte Flächigkeit und collageartige Bildtechnik mit realen Fundstücken, wie den Geldscheinen auf der Streichholzkiste und den Zeitungsfetzen im Rinnstein, steigern die drastische Veristik der Szene.


http://www.staatsgalerie.de/malereiundplastik/bis1980_rundg.php?id=5
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Schön im Gleichgewicht: die ukrainische Ballerina Nataliya Bondar-Shelst. Ganz augenscheinlich liefern die Sinnesorgane der Tänzerin übereinstimmende Informationen zur räumlichen Lage und Bewegung des Körpers. Widersprechen sich diese Informationen, kommt es zu einem Fehlersignal im Hirnstamm – und man wird seekrank.

Schrecklich lächerlich

Das menschliche Elend bei einer Meerfahrt ist schrecklich und doch eigentlich lächerlich (...) Übrigens kannte ich den schlimmsten Zustand der Seekrankheit ganz genau aus der Zeit her, wo ein heftiges Magenleiden mich mit dem Kopfschmerz im Bruderbunde quälte. Nur kam die Unbequemlichkeit hinzu, in jeder Minute dreimal – bis 8 mal die Lage zu wechseln und zwar bei Tag und Nacht: sodann in nächster Nähe Gerüche und Gespräche einer schmausenden Tischgesellschaft zu haben, was über alle Maßen ekelerregend ist. (...) Alles im Schiff rollte mit großem Lärme hin und her, die Töpfe sprangen und bekamen Leben, die Kinder schrien, der Sturm heulte; und ewige Schlaflosigkeit war mein Los (...)

Friedrich Nietzsche über seine Schiffsreise von Neapel nach Genua (Auszüge aus einem Brief an Malwida von Meysenburg, 10. Mai 1877)
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